Zwangsstörungen

Bei einer Zwangsstörung drängen sich Gedanken, Bilder oder Handlungen immer wieder auf. Betroffene wissen meist, dass sie übertrieben sind, und können sich trotzdem kaum dagegen wehren oder sich davon distanzieren. Das kostet Zeit und Kraft und schränkt den Alltag ein.

Zwänge sind häufiger, als viele denken, und oft schämen sich Betroffene dafür. Psychotherapie kann helfen, den Kreislauf aus Angst und Zwang zu unterbrechen.

Für wen?

Typische Beschwerden einer Zwangsstörung sind:

  • Zwangsgedanken, etwa die Angst, sich oder andere zu verunreinigen oder jemandem zu schaden
  • Kontrollieren, zum Beispiel ob der Herd ausgeschaltet ist und Tür oder Fenster wirklich geschlossen sind
  • Waschen und Putzen, bis es sich „richtig“ anfühlt
  • Zählen, Ordnen oder Wiederholen nach festen Regeln
  • Grübeln und gedankliches Prüfen, ob etwas Schlimmes passiert sein könnte

Fachleute sprechen von einer Zwangsstörung, wenn Zwänge viel Zeit kosten oder stark belasten. Ob das bei Ihnen so ist, klären wir gemeinsam.

Zwänge können zusammen mit Ängsten oder einer Depression auftreten. Mehr dazu finden Sie unter Angststörungen und Depression.

Wie läuft es ab?

  1. Einordnung: In den ersten Sitzungen erfassen wir, welche Zwänge auftreten, wann sie kommen und wie stark sie Sie einschränken.
  2. Ärztliche Abklärung: Wir holen einen Konsiliarbericht ein. Darin bestätigt eine Ärztin oder ein Arzt, dass körperlich nichts gegen eine Psychotherapie spricht.
  3. Verstehen: Gemeinsam schauen wir, wie Angst und Zwang zusammenhängen und was den Zwang aufrechterhält.
  4. Behandlung: In der Verhaltenstherapie stellen Sie sich Schritt für Schritt Situationen, die Zwänge auslösen, ohne die Zwangshandlung auszuführen. Das Tempo legen wir gemeinsam fest.
  5. Vorsorge: Zum Abschluss erarbeiten wir, wie Sie mit Rückfällen umgehen.

Eine Sitzung dauert 50 Minuten und findet in der Regel einmal pro Woche statt.

Wer übernimmt die Kosten?

Wir sind eine Privatpraxis.

Liegt eine behandlungsbedürftige Zwangsstörung vor, übernehmen private Krankenversicherung und Beihilfe die Kosten in der Regel ganz oder anteilig. Wie viel, hängt von Ihrem Tarif und den Beihilferegeln ab.

Häufige Fragen

Zwangsgedanken sagen nichts über Ihren Charakter aus. Oft quälen gerade Gedanken, die einem selbst fremd sind. Sie bestimmen, wie viel Sie erzählen.

Kurzfristig beruhigt es, langfristig hält es den Zwang oft aufrecht. Ob und wie Angehörige einbezogen werden, besprechen wir gemeinsam.

Das ist kein Scheitern. Wir planen die Schritte so, dass sie für Sie machbar sind. Gelingt etwas nicht, passen wir das Vorgehen gemeinsam an.