Angststörungen

Angst ist ein natürliches Gefühl. Sie warnt vor Gefahr und macht den Körper bereit zu handeln.

Bei einer Angststörung ist die Angst deutlich stärker, als die Lage es erfordert, oder sie lässt kaum nach. Wer betroffen ist, beginnt oft, bestimmte Orte oder Situationen zu meiden. Das kann den Alltag spürbar einschränken.

Psychotherapie kann helfen, der Angst wieder mit mehr Sicherheit zu begegnen. Angststörungen gehören zu den Beschwerden, die wir in unserer Praxis behandeln.

Für wen?

Angst kann viele Formen annehmen. Wir behandeln zum Beispiel:

  • Panikstörung: Wie aus heiterem Himmel kommt es zu Anfällen starker Angst, sogenannten Panikattacken. Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder Zittern gehören oft dazu, ebenso die Angst, zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren. Danach wächst die Sorge vor der nächsten Attacke.
  • Agoraphobie: Die Angst gilt Situationen, aus denen man schwer herauskommt oder in denen Hilfe fehlen könnte. Das können Menschenmengen, Bus und Bahn, Warteschlangen oder Wege allein außer Haus sein.
  • Soziale Angststörung: Im Mittelpunkt steht die Furcht, von anderen beobachtet, bewertet oder beschämt zu werden. Gespräche, Vorträge oder ein Essen in Gesellschaft werden dann zur Belastung.
  • Generalisierte Angststörung: Über Monate kreisen Sorgen um viele Dinge, etwa Gesundheit, Familie oder Geld, und lassen sich kaum stoppen. Dazu kommen oft Anspannung, Unruhe und schlechter Schlaf.
  • Spezifische Phobien: Die Angst richtet sich auf etwas Bestimmtes, zum Beispiel Tiere, Höhe, Spritzen, enge Räume oder das Fliegen. Manchmal reicht schon der Gedanke daran, um sie auszulösen.

Begann die Angst nach einem sehr belastenden Erlebnis, etwa einem Unfall oder Überfall, kann eine Traumafolgestörung dahinterstehen. Mehr dazu lesen Sie unter Traumafolgestörungen.

Auch Niedergeschlagenheit kann zusammen mit Ängsten auftreten. Dazu finden Sie mehr unter Depression.

Wie läuft es ab?

  1. Einordnung: In den ersten Sitzungen klären wir, welche Form der Angst vorliegt und wann sie auftritt. Wir schauen auch darauf, was Sie bisher tun, um mit ihr zurechtzukommen.
  2. Die Angst verstehen: Sie erfahren, wie Angst im Körper entsteht und warum sie wieder abklingt. Vermeiden bringt kurzfristig Erleichterung, kann die Angst auf Dauer aber festigen.
  3. Expositionsbehandlung: Dabei setzen Sie sich gezielt und Schritt für Schritt dem aus, was Ihnen Angst macht. Das können Situationen, Bilder oder Körperempfindungen wie Herzklopfen sein. So können Sie erleben, dass die Angst aushaltbar ist und sich Ihre Befürchtungen nicht bestätigen.
  4. Gemeinsam geplant: Jede Übung bereiten wir vorher genau vor und besprechen sie hinterher. Die Übungen können vorübergehend belastend sein, denn die Angst steigt dabei zunächst an. Darauf stellen wir uns gemeinsam ein.
  5. Festigen: Zwischen den Sitzungen üben Sie im Alltag weiter. Zum Abschluss besprechen wir, wie Sie mit Rückschlägen umgehen.

Die Expositionsbehandlung ist ein zentraler Baustein der Verhaltenstherapie bei Angststörungen. Für solche Übungen sind nach Absprache längere Sitzungen möglich.

Bei ständigen Sorgen geht es außerdem darum, Gedankenketten zu erkennen und zu unterbrechen. Manchmal kann es auch entlasten, die Angst nicht mehr zu bekämpfen, sondern ihr Raum zu lassen. Darum geht es zum Beispiel in ACT.

Hier erscheint in Kürze ein Video.

Wer übernimmt die Kosten?

Wir sind eine reine Privatpraxis.

Ist eine Angststörung festgestellt, tragen private Krankenversicherung und Beihilfe die Kosten in der Regel ganz oder anteilig. Maßgeblich sind Ihr Tarif und die Beihilferegeln. Die Kosten längerer Sitzungen, etwa für Expositionsübungen, besprechen wir vorher mit Ihnen.

Häufige Fragen

Eine Panikattacke fühlt sich bedrohlich an, ist für einen körperlich gesunden Menschen aber nicht gefährlich. Sie erreicht meist nach wenigen Minuten ihren Höhepunkt und klingt dann wieder ab. Lassen Sie Beschwerden wie Herzrasen oder Atemnot trotzdem ärztlich abklären, etwa in Ihrer Hausarztpraxis.

Fachleute nennen das Erwartungsangst. Schon die Sorge, dass die Angst wiederkommen könnte, kann Anspannung auslösen und zu Vermeiden führen. In der Behandlung ist sie deshalb ein wichtiges Thema.

Nein. Ohne Ihre Zustimmung beginnt keine Übung, und das Tempo legen wir gemeinsam fest. Wir ermutigen Sie aber auch zu Schritten, die Mut kosten.

Sagen Sie uns das gern schon bei der Anfrage. Das Erstgespräch findet in der Praxis statt. Wir überlegen gemeinsam, was Ihnen den Weg dorthin erleichtert.