ACT
ACT
ACT steht für „Acceptance and Commitment Therapy“, auf Deutsch Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Ausgesprochen wird es wie das englische Wort „act“, also „handeln“. Der US-Psychologe Steven Hayes hat den Ansatz ab den 1980er-Jahren entwickelt.
ACT ist ein Ansatz aus der Verhaltenstherapie. Er gehört zur sogenannten dritten Welle, die Achtsamkeit, Akzeptanz und persönliche Werte einbezieht. Ein eigenes anerkanntes Psychotherapieverfahren ist ACT nicht; wir setzen den Ansatz innerhalb eines anerkannten Verfahrens ein.
Im Mittelpunkt steht nicht der Kampf gegen belastende Gedanken und Gefühle. ACT kann helfen, ihnen mit mehr Abstand zu begegnen und das zu tun, was Ihnen wichtig ist.
Für wen?
Vielleicht meiden Sie vieles, um Angst nicht zu spüren. Oder Grübeln bestimmt Ihren Tag, obwohl Sie schon viel dagegen versucht haben. Dann kann es entlasten, einen anderen Umgang damit zu finden.
Der Ansatz wird bei ganz unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt, zum Beispiel bei:
- Ängsten und ständigen Sorgen, mehr dazu unter Angststörungen
- Niedergeschlagenheit und Grübeln, mehr dazu unter Depression
- Selbstzweifeln und strenger Selbstkritik
- dem Umgang mit einer körperlichen Erkrankung
Auch ACT hat Grenzen. Nicht jedem Menschen liegt die Arbeit mit Achtsamkeit und Bildern. Bei manchen Beschwerden stehen andere Bausteine im Vordergrund, etwa die Expositionsbehandlung bei Angststörungen oder EMDR bei Traumafolgen.
ACT kann solche Behandlungen ergänzen. In einer akuten Krise geht es zuerst um Sicherheit und Stabilität. Ob und wie ACT in Ihre Behandlung passt, entscheiden wir gemeinsam.
Wie läuft es ab?
In ACT sprechen wir miteinander, machen kurze Übungen und arbeiten mit Bildern aus dem Alltag. Die Bausteine bauen nicht streng aufeinander auf. Wir wählen aus, was zu Ihrem Anliegen passt.
- Achtsamkeit: In Achtsamkeitsübungen lernen Sie, im Hier und Jetzt wahrzunehmen, was gerade ist, ohne es sofort zu bewerten. Das kann eine kurze Atemübung sein oder ein bewusster Blick auf Geräusche und Körpergefühle.
- Defusion: Gemeint ist, Abstand zu den eigenen Gedanken zu gewinnen, statt mit ihnen zu verschmelzen. Statt „Ich bin ein Versager“ sagen Sie sich etwa „Ich habe den Gedanken, ein Versager zu sein“. So kann ein Gedanke an Macht verlieren, auch wenn er noch da ist.
- Akzeptanz: Unangenehme Gefühle dürfen da sein, statt dass Sie gegen sie ankämpfen. Ein Bild dafür: Sie hören auf, mit der Angst Tauziehen zu spielen, und lassen das Seil los. Die Angst ist vielleicht noch da, aber Ihre Hände sind frei.
- Werte: Sie klären, was Ihnen im Leben wichtig ist, etwa Nähe, Ehrlichkeit oder Neugier. Werte wirken wie ein Kompass. Er zeigt eine Richtung, auch wenn man nie ganz ankommt.
- Engagiertes Handeln: Das ist das „Commitment“ im Namen. Sie gehen kleine, konkrete Schritte in Richtung Ihrer Werte, auch wenn unangenehme Gefühle mitkommen.
Ein Beispiel: Jemand mit sozialer Angst sagt eine Einladung nicht mehr ab, obwohl die Unsicherheit mitkommt. Die Angst bestimmt dann nicht mehr allein, was geschieht.
Hier erscheint in Kürze ein Video.
Wer übernimmt die Kosten?
Wir sind eine reine Privatpraxis.
Abgerechnet wird nicht die Methode, sondern die Psychotherapie, in der wir ACT einsetzen. Private Krankenversicherung und Beihilfe übernehmen die Kosten in der Regel ganz oder anteilig, wenn eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Es gelten Ihr Tarif und die Beihilferegeln.
Häufige Fragen
Nein. Akzeptanz meint Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen, die ohnehin da sind. Was Ihnen schadet und sich ändern lässt, etwa Gewalt in einer Beziehung, müssen Sie nicht hinnehmen.
Nein. ACT will belastende Gedanken nicht durch positive ersetzen. Es geht darum, ihnen weniger Macht über Ihr Handeln zu geben.
Nein. Achtsamkeitsübungen sind nur ein Baustein, und Sie müssen nicht meditieren können. Dazu kommen die Arbeit an Ihren Werten und konkrete Schritte im Alltag.
Ja, sie gehören dazu. Viele Übungen dauern nur wenige Minuten und lassen sich in den Alltag einbauen. Wie viel Sie sich vornehmen, besprechen wir gemeinsam.

